Ein Blick ins Buch ...

Wie man seinen Menschen optimiert, Systemfehler erkennt und Abstürze vermeidet

Gebrauchsanleitung Mensch ist eine spaßig-absurde Einführung in die menschliche Existenz und die moderne Lebensweise des Homo sapiens. Das Buch eignet sich auch für Aliens, denen es endlich die ganze Wahrheit über den Menschen erklärt. Mit seinen Bedienungs- und Warnhinweisen vermittelt es Ihnen alles, was Sie wissen müssen, bevor Sie einen Homo sapiens in Betrieb nehmen und auf die zivilisierte Menschheit loslassen.

Paul Hawkins’ Liebeserklärung an den Menschen erläutert die Grundlagen des menschlichen Lebens in zehn übersichtlichen Kapiteln (Hardware, Wartung, Software, Kompatibilität etc.), vom Körper und seinen intrikaten Mechanismen bis zu so komplexen Themen wie Liebe, Arbeit, Fortbewegung und der Frage, wie man sich mit den anderen sieben Milliarden Menschen auf der Erde arrangieren kann.

Ein Buch für jeden, der die fast unendliche Absurdität des menschlichen Lebens bestaunen möchte!

  • 192 farbig gedruckte Seiten
  • Mit über 50 Illustrationen vom Autor
  • ... und mehr!
Exercise

Ein kurzer Auszug ...

Training und Sport

Wie Steine in einem Flussbett neigt auch der Mensch dazu, im Laufe der Zeit immer rundere Formen anzunehmen. Dafür sind in erster Linie die beiden schon erwähnten dominanten Überlebensmechanismen verantwortlich, die ihm die Natur mitgegeben hat: die Gier, die ihn zu lustgesteuerten Zuckerorgien treibt, und die Faulheit, die ihn danach aufs Sofa wirft, wo sich der Zucker in teigige Schichten von Kuschelpolster verwandelt.

Damit der menschliche Körper optimal funktionieren kann, muss er versuchen, diese tief sitzenden, machtvollen Instinkte manuell auszuschalten, indem er sich selbst immer wieder durch eine Reihe repetitiver Bewegungsmuster quengelt und drängelt. Dies heißt «Training» und ist ungeheuer unbeliebt.

Der Grund liegt vor allem in einem gewaltigen, fundamentalen Widerspruch: Angeblich soll man sich durch Bewegung gesünder fühlen, besser aussehen und länger leben. Wenn man allerdings richtig trainiert, fühlt man sich in der Regel grauenhaft, sieht schrecklich aus und glaubt, jeden Augenblick an einem Herzinfarkt zu sterben. Sobald man diesen Widerspruch thematisiert – normalerweise gegenüber einem weniger verschwitzten Menschen, der ein Muskelshirt trägt –, bekommt man erklärt, dass man sich so grauenhaft fühlen soll, damit es einem beim nächsten Mal nicht ganz so grauenhaft geht und man dann länger trainieren kann, so dass man sich also länger weniger grauenhaft fühlt, damit es beim nächsten Mal… und immer so weiter.

Natürlich antworten die meisten Menschen bei der Aussicht auf ein derart endloses Grauen etwa so: «Ähm. Na ja. Also ehrlich gesagt – nein danke, ich bleibe lieber hier sitzen, starre auf meine Schnürsenkel und esse diese Sauergurke. Viel Glück mit dem Kanu, den dicken Muskeln und dem Rest des Lebens. Einen schönen Tag noch.»

Darum haben die weniger schwitzenden Menschen (die weiterhin Muskelshirts tragen) versucht, das Trainingserlebnis im Lauf der Jahre aufzubessern, indem sie Spiele und Wettbewerbe einführten. Sie fügten Punkte, Schläger, Löcher, Linien, Netze, Mannschaften, Pfeifen, Egos, Gewalt, Geld und unendlich viele Bälle hinzu. Diese Neuerung nannte man «Sport», und eine Weile funktionierte sie hervorragend. Nicht nur bekam die körperliche Ertüchtigung dadurch die aggressive Stammesdynamik, die ihr bis dahin gefehlt hatte, sondern die Menschen erhielten auch ein lustiges neues Regelwerk, an das sie sich halten, nach dem sie wetteifern oder das sie nach Belieben fehlinterpretieren konnten, wenn sie einen passenden Anlass such-ten, den Schiedsrichter anzuschreien.

Das ging so lange gut, bis die riesige Mehrheit der Menschheit begriff, dass sie nicht direkt und aktiv am Sportgeschehen teilnehmen musste, sondern sich genauso gut amüsieren konnte, wenn sie anderen Menschen aus großer Entfernung beim Sport zuschaute und dabei bequem saß, Bier trank, gesalzene Fleischklumpen aß und herumbrüllte.

Dennoch verbrennen auch diese passiven Sportfreunde jedes Jahr einige Kalorien, vor allem indem sie lautstark ihre ermüdend korrekten Meinungen vorbringen.

Quiz

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Author

Über Paul

Paul Hawkins ist Schriftsteller, Illustrator, Lügner und Astronaut. Sein lebenslanges Projekt heißt »Vermeide einen richtigen Job«, weshalb es ihn in die Hauptstadt der Prokrastination verschlagen hat: Berlin.

Wenn er nicht gerade die deutsche Sprache verbiegt oder sich für sich selbst entschuldigt, besteht er weiterhin schamlos darauf, regelmäßig komische Bücher, Artikel und Drehbücher zu verfassen.

Mehr über Paul hier (nur auf englisch).

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